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Die Legende der Thujon-Wirkungen von Absinth - Alkohol als eigentliche Ursache des Absinthismus „entlarvt“

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CONTRIBUTORS:
  Author Lachenmeier, Dirk W (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe)
  Author Kuballa, Thomas
CONFERENCE NAME:
  Jahrestagung 2008 des Regionalverbandes Süd-West der Lebensmittelchemischen Gesellschaft in der GDCh
CONF. LOCATION: Stuttgart-Hohenheim, Germany
CONFERENCE YEAR: 2008
PUB TYPE: Conference Presentation
SUBJECT(S): absinthe, thujone, absinthism
DISCIPLINE: Agricultural and Food Sciences
HTTP: http://www.gdch.de/strukturen/fg/lm/sw_2008.pdf
LANGUAGE: German
PUB ID: 103-441-665 (Last edited on 2008/03/10 05:26:48 GMT-6)
SPONSOR(S):
 
ABSTRACT:
In der Diskussion über Thujon als möglicher toxischer Bestandteil der wermuthaltigen Spirituose Absinth wird der Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung immer wieder ignoriert. Sehr oft werden die Wirkungen von Absinth allein auf Thujon zurückgeführt, was wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert ist. Auch eine psychotrope Wirkung von Thujon konnte wissenschaftlich bis dato nicht belegt werden. Allerdings ist die Frage einer Thujonwirkung in Absinth irrelevant, da Thujon sowohl in heute auf dem Markt erhältlichen Absinthen als auch in historischen Produkten aus der Blütezeit des Absinths in derartig geringen Mengen enthalten ist, dass eine pharmakologische Wirkung per se auszuschließen ist. Die unter dem Begriff Absinthismus zusammengefassten Wirkungen der Spirituose, die in Frankreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts beobachtet wurden, können nach heutigem Stand des Wissens allein durch einen chronischen Alkohol-Missbrauch erklärt werden.
Besonders aus Sicht des Jugendschutzes und gesundheitlichen Verbraucherschutzes sollte eine unklare Berichterstattung über Absinth vermieden werden, die z.B. durch angebliche den Alkoholeffekten entgegengesetzte Wirkungen zu einer Verharmlosung des Alkoholkonsums führen könnte. Wissenschaftlich nicht gesicherte Mutmaßungen über den Einfluss bestimmter Trinkrituale auf die Toxizität von Absinth sollten unterlassen werden. Eine Rückkehr zu mehr Evidenz und weniger Mutmaßung in der Berichterstattung über Absinth und Thujon sowohl in Fachzeitschriften als auch in der Presse wäre wünschenswert.
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