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Ionenanalytik in der Qualitätskontrolle alkoholischer Getränke

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CONTRIBUTORS:
  Author Lachenmeier, Dirk W (Chemisches und Veterinaeruntersuchungsamt Karlsruhe)
CONFERENCE NAME:
  4. Conference über Ionenanalyse (CIA 2007)
CONF. LOCATION: Berlin, Germany
CONFERENCE YEAR: 2007
PUB TYPE: Conference Presentation
SUBJECT(S): ion analysis, spirits
DISCIPLINE: Chemistry
HTTP: http://www.cia-conference.com/
LANGUAGE: German
PUB ID: 103-433-942 (Last edited on 2007/04/19 04:35:24 GMT-6)
SPONSOR(S):
 
ABSTRACT:
Bei Gaststättenkontrollen stellt sich der Lebensmittelüberwachung die Aufgabe, neben einer sensorischen Prüfung auch chemisch-analytische Nachweise dafür zu liefern, daß dem Gast statt einer auf der Speisekarte aufgeführten teuren Markenspirituose ein billiges und u.U. minderwertigeres Produkt ausgeschenkt wird. Mit Hilfe der üblichen Methodik zur Unter-scheidung von Spirituosen anhand der Zusammensetzung der leichtflüchtigen Inhaltsstoffe (GC, GC-MS) kann vor allem bei Spirituosen mit niedrigen Gehalten an Gärungsalkoholen wie z.B. Wodka keine eindeutige Markenzuordnung getroffen werden. Mittels Ionenanlyse ist dagegen ein eindeutiger Identitätsnachweis bzw. eine Markenzuordnung möglich.
Produkte unterschiedlicher Herkunft konnten anhand der mittels Ionenchromatographie fest-gestellten Zusammensetzung der Anionen eindeutig identifiziert werden [1]. Die Unterschei-dungsmöglichkeit beruht darauf, daß Spirituosen aus hochprozentigen Destillaten hergestellt und mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt werden. Je nach Anionengehalt des verwendeten Wassers und markenspezifischen Zusätzen zur Alkalitätseinstellung des Wassers sind charak-teristische Unterschiede in der Anionenzusammensetzung festzustellen. Teilweise ist bereits eine Unterscheidung der Produkte durch einfache Leitfähigkeitsmessung (ohne chromato-graphische Trennung) möglich.
Für extrakthaltige Getränke (insb. faßgelagerte Produkte wie Weinbrand, Whiskey oder Te-quila) ist eine Probenvorbereitung erforderlich [2]. Störende Substanzen wie Phenole, Ligni-ne, Anthocyane und Farbstoffe können an Polyvinylpyrrolidon-Polymeren adsorbiert werden (z.B. On-Guard-P Kartuschen, Dionex). Eine andere Möglichkeit stellt die Verwendung einer Filtration oder Dialyse dar, die direkt in das ionenchromatographische System integriert ist (Metrohm Sample Processor mit Inline Filtration oder Dialyse) [3,4]. Die Inline-Dialyse eig-net sich ebenfalls für viskose Proben wie Liköre.
Zur Interpretation der Ergebnisse der Ionenanalyse alkoholischer Getränke hat sich die multi-variate Datenanalyse etabliert. Beispielsweise wurde gezeigt, daß durch die Hauptkomponen-tenanalyse (Principal component analysis, PCA) der ionenchromatographischen Analysener-gebnisse von Wodkaproben aus Deutschland und Rußland eine klare Klassifizierung der Her-kunft vorgenommen werden kann. Mit Hilfe dieser Methodik wurden bereits mehrfach irre-führend als „original russisch“ aufgemachte Getränke, die tatsächlich aber in Deutschland hergestellt wurden, identifiziert. Ebenso konnte der Abfüllort von Tequila zwischen Mexiko und Europa unterschieden werden.

Literatur
1. D.W. Lachenmeier, R. Attig, W. Frank, C. Athanasakis, Eur. Food Res. Technol. 218 (2003) 105.
2. D.W. Lachenmeier, R. Attig, W. Frank, C. Athanasakis, , In: Alkohol-Jahrbuch (2005) S. 112-117.
3. D.W. Lachenmeier, E. Richling, M.G. López, W. Frank, P. Schreier, J. Agr. Food Chem. 53 (2005) 2151.
4. D.W. Lachenmeier, E.M. Sohnius, R. Attig, M.G. López, J. Agr. Food Chem. 54 (2006) 3911.
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