ABSTRACT:
Absinth, das Modegeräte der vorletzten Jahrhundertwende, ist heute wieder in der Europäischen Union zugelassen. Während früher der Kräuterspirituose aus der Wermutpflanze sogar ein eigenes Krankheitsbild (der sog. Absinthismus) zuge-schrieben wurde, ist heute der Thujon-Gehalt auf ein der Gesundheit verträgliches Maß (maximal 35 mg/l) reduziert. Eine solche Konzentration gilt als nicht toxisch, also als gesundheitlich unbedenklich. Mittlerweile ist allerdings umstritten, ob das Terpen aus der Wermut-Pflanze überhaupt für die Schäden des Absinths verant-wortlich war. In historischen Absinthen aber sollen nach älteren Literaturangaben bis zu 260 mg/l enthalten gewesen sein, also fast 8mal so viel.
In der vorliegenden Arbeit wird anhand der Analysen von authentischen histori-schen Absinthen, sowie nach Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert hergestellten Absinthen ermittelt, welchen Thujonkonzentrationen an "Absinthismus" erkrankte Menschen in der Vergangenheit ausgesetzt waren.