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Einsatz von FTIR und Ionenchromatographie mit multivariater Auswertung zur Authentizitätsprüfung von Tequila

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CONTRIBUTORS:
  Author Walch, S. G. (Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Koblenz)
  Author Lachenmeier, D. W. (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe)
  Author Richling, E.
  Author López, M. G.
  Author Frank, W.
  Author Schreier, P.
PROCEEDINGS TITLE:
  Lebensmittelchemie 59
YEAR: 2005
PUB TYPE: Conference Paper in Proceedings
PAGES: 141 - 141
SUBJECT(S): Tequila, Agavaceae, Agave tequilana, FTIR, multivariate data analysis, ion chromatography
DISCIPLINE: Agricultural and Food Sciences
HTTP:
LANGUAGE: German
PUB ID: 103-423-028 (Last edited on 2006/01/09 01:16:51 US/Mountain)
SPONSOR(S):
 
ABSTRACT:
Die mexikanische Spirituose Tequila, deren Bezeichnung auch in Europa geschützt ist [1], darf ausschließlich aus der blauen Varietät der Tequila-Agave (Agave tequilana Weber var. azul, Agavaceae) hergestellt werden. Zwei grundsätzliche Kategorien werden unterschieden: Tequila, der zu 100% aus Agaven gewonnen wird („100% Agave Tequila“), und Tequila, der mit bis zu 49% Fremdzucker hergestellt wird („Mixed Tequila“). Das Premiumprodukt „100% Agave Tequila“ darf nur direkt in Mexiko in Flaschen abgefüllt werden, während der „Mixed Tequila“ üblicherweise erst im Importland auf Trinkstärke eingestellt wird.
Zur Unterscheidung der Produktkategorien werden die Hauptbestandteile der Spirituose mit zwei einfachen und kostengünstigen Methoden charakterisiert: die Wasserqualität durch Ionenchromatographie nach Lit. [2] sowie der alkoholische Destillatanteil durch FTIR-Spektroskopie. Die Analysenergebnisse von authentischen mexikanischen Tequilas (n=14) und im Handel in Mexiko und in Deutschland erhältlichen Proben (n=24) werden mittels Hauptkomponentenanalyse (PCA) ausgewertet.
Die PCA der Anionen Chlorid, Nitrat, Sulfat, Acetat und Oxalat erlaubt eine Klassifizierung zwischen in Mexiko und Europa abgefüllten Produkten, jedoch keine Unterscheidung zwischen den Kategorien. Mexikanische Produkte haben signifikant (p=0,0014) niedrigere Anionengehalte (1,5-5,1 mg/L, Mittelwert 2,5 mg/L) als in den Importländern abgefüllte (3,3-62,6 mg/L, Mittelwert 26,3 mg/L).
FTIR in Verbindung mit PLS-Regression ermöglicht eine schnelle Screening-Untersuchung von Spirituosen auf die Parameter Dichte, Alkoholgehalt sowie die Begleitstoffe Methanol, Ethylacetat, Propanol-1, Isobutanol und 2-/3-Methyl-1-butanol. Die PCA der Begleitstoffe erlaubt die Unterscheidung zwischen den Tequila-Kategorien. Methanol und Isobutanol verursachen die Variabilität in PC1, die zur Unterscheidung führt. Die Konzentrationen von Methanol und Isobutanol sind signifikant (Methanol: p=0,004, Isobutanol: p=0,005) höher in der „100% Agave“ Kategorie (Methanol: 297,9 ± 49,5, Isobutanol 251,3 ± 34,9) als in der „Mixed“ Kategorie (Methanol: 197,8 ± 118,5, Isobutanol 151,4 ± 52,8)
Im Vergleich zu früher entwickelten Methoden zur Unterscheidung der Tequilakategorien wie HRGC-C/P-IRMS [3] oder SNIF-NMR [4] ist insbesondere FTIR-Spektroskopie wesentlich einfacher in der Routineanalytik durchzuführen. Eine Probenvorbereitung ist nicht erforderlich und die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Minuten vor. Vor Beanstandungen wird empfohlen, die FTIR-Screening-Ergebnisse z.B. durch Gaschromatographie nach Lit. [4] abzusichern. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, daß im Handel in Deutschland fast ausschließlich mit Fremdzucker hergestellte Produkte erhältlich sind, die aber den mexikanischen Etikettierungsvorgaben entsprechen.



Literatur

1. Amtsbl. Europ. Gem. (1997) L152:16-26

2. Lachenmeier DW, Attig R, Frank W, Athanasakis C Eur. Food Res. Technol. (2003) 218:105-110

3. Aguilar-Cisneros BO, López MG, Richling E, Heckel F, Schreier P J. Agric. Food Chem. (2002) 50:7520-7523

4. Bauer-Christoph C, Christoph N, Aguilar-Cisneros BO, López MG, Richling E, Rossmann A, Schreier P Eur. Food Res. Technol. (2003) 217:438-443
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