ABSTRACT:
Die ersten Schritte zur Befriedung Liberias sind getan: Charles Taylor hat dem internationalen
Druck nachgegeben, ist zurückgetreten und ins nigerianische Exil gegangen. Ein Friedensabkommen,
das den Weg zu freien, demokratischen Wahlen 2006 ebnen soll, wurde unterzeichnet; ca.
3.500 Soldaten (hauptsächlich aus Nigeria, außerdem aus Benin, Ghana, Guinea-Bissau, Mali,
Gambia, Senegal und Togo) sichern im Auftrag der Economic Community of West African States
(ECOWAS) die Hauptstadt Monrovia vor erneuten Gewalteskalationen, und mit Gyude Bryant
wurde ein unabhängiger Geschäftsmann zum Übergangspräsidenten ernannt. Doch ungeachtet
dieser Fortschritte gehen die Kämpfe im Norden des Landes weiter. Bereits wenige Tage nach dem
Abschluss des Friedensabkommens erschienen Meldungen über Massaker und Brandschatzungen
mit mehr als 1.000 Toten, die den Rebellen angelastet werden. Wer sind diese Rebellen und welche
Ziele verfolgen sie? Welche internationalen Verwicklungen zählen? Der folgende Beitrag beleuchtet
die wichtigsten Hintergründe des Konflikts.