ABSTRACT:
Im November 2004 scheiterte der vorerst letzte Versuch Präsident Laurent Gbagbos, die Rebellion, die das Land seit drei Jahren nicht nur geographisch entzweit, mit militärischen Mitteln zu schla-gen. Gezwungenermaßen ließen sich die Konfliktparteien erneut auf internationale Vermittlungs-bemühungen ein, diesmal durch Südafrika. Präsident Thabo Mbeki schien zunächst weitaus erfolg-reicher als seine Vorgänger zu sein. Er erreichte unter anderem die formelle Beendigung des Kriegszustands und die Vereinbarung, entsprechend den Vorschriften der ivorischen Verfassung am 30. Oktober 2005 Präsidentschaftswahlen durchzuführen. Mittlerweile aber bezichtigen die Rebellen den Vermittler der Parteilichkeit; westafrikanische Staaten wollen Mbeki abgelöst sehen. Und angesichts des stockenden Friedensprozesses erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan am 8. September 2005, dass die Wahlen zum geplanten Zeitpunkt nicht stattfinden könnten. Wieder steht die internationale Gemeinschaft vor einem Scherbenhaufen und das Land selbst in einer neuen "Krise in der Krise".