Im Rahmen der sich in den vergangenen Jahren rasch ausweitenden Diskussion über Global Governance“ gibt es nur wenige Arbeiten, die das Thema „Welthandelsorganisation“ (WTO) als ein globales Politikfeld mit einer komplexen Interaktionsstruktur vielfältiger Akteure behandeln. Vielmehr wird die Literatur zu diesem Thema von polarisierten Diskursen dominiert, die kaum aufeinander Bezug nehmen: Dies gilt erst recht, wenn es um einen spezifischen Teilbereich der WTO-Thematik wie um den Dienstleistungshandel und das General Agreement on Trade in Services (GATS) geht, dessen Entwicklung noch stärker umstritten ist als die der WTO insgesamt. Die folgenden Artikel wollen aus rechts- und politikwissenschaftlicher Sicht einen Beitrag dazu leisten, eine differenzierte Diskussion über die Bedeutung der WTO im allgemeinen und des GATS im besonderen für die Entwicklung globaler Politik zu stimulieren.
Das WTO-Recht wird in diesem Zusammenhang als Element der Herausbildung einer globalen Herrschaftsstruktur für einen sich globalisierenden Kapitalismus begriffen, die aber letztlich dieselben Probleme lösen muss, wie nationales Recht auch: die Sicherung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit als Basis erfolgreicher langfristiger Verwertungsprozesse (Beiträge von Hein und Voegeli). In den weiteren Beiträgen werden die Auswirkungen von GATS auf die nationalstaatliche Regulierungskompetenz sowohl allgemein (Krajewski) als auch in bezug auf einzelne Regulierungsprobleme (Krajweski/ Türk und Fritz zur Versorgung mit Trinkwasser und zu Finanzdienstleistungen) analysiert.